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016 Zenon

zenonZenon:

Ich würde dich nicht bitten, o Parmenides, wenn wir viele wären, denn nie empfiehlt es sich, diese Themen vor dem gemeinen Volk zu behandeln, das allzu viele Dinge nicht weiß; da wir hier aber nur wenige sind, bitte ich dich zu reden, auch im Namen des Sokrates, und auch, damit ich nach so langer Zeit deine Stimme wieder vernehme.

Parmenides:

Ich fühle mich gleich dem Pferd des Ibykos – zu alt, um den Lauf auf mich zu nehmen, oder auch wie der Dichter selber, zu hoch in den Jahren, um die Anstrengungen der Liebe ertragen zu können, aber ich fürchte, bei all meiner Angst, ein so weites Meer von Worten zu überqueren, werde ich euren eindringlichen Bitten nachgeben müssen.

Hier ein kurzer Auszug aus dem Dialog Parmenides von Platon. Sehr schön, dass Parmenides den Eindruck erweckt, man hätte ihn lange bitten müssen, seine Ideen darzulegen. Sein Schüler Zenon war tatsächlich ein wahrer Meister, wenn es darum ging, die Lehre des Parmenides einzuleiten und zu verteidigen.

Die letzten Worte des Zenon:

Tugend allein reicht im Leben nicht aus, man braucht auch die Hilfe eines glücklichen Geschicks.

 

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