017 Zenon – Warten auf Einstein

Zenon beweist die Lehre des Parmenides mit derart großem Scharfsinn, dass ihn genau dieser Umstand berühmt gemacht hat.

Auch er hält an der Unterscheidung zwischen wahr und falsch fest und veranschaulicht dieses Denken seinen Schülern:

Dann werde ich euch einmal zeigen, zu welchen Absurditäten man gelangt, wenn man von der Existenz des Vielen ausgeht.

2 Antworten auf „017 Zenon – Warten auf Einstein“

  1. Ich habe letztens diesen schönen Podcast entdeckt und höre mich gerade durch die Folgen.

    Eine kleine Anmerkung zu den Paradoxien: Man braucht Einstein nicht, um die scheinbaren Bewegungsparadoxien zu widerlegen, wie du behauptest (http://www.vorgedacht.net/017-zenon-warten-auf-einstein/#t=9:51.28). Es ist auch nicht so kompliziert mit unendlich kleinen Strecken und davon unendlich viele. Es ist einfach so, dass es (mathematische) Reihen gibt, und dass Zenon damit nicht umgehen konnte (angefangen hat das mit den Reihen übrigens bei Archimedes). Beispielsweise bei der Schildkröte und den unendlich vielen Mitten is es einfach die geometrische Reihe, bei der unendlich viele Summanden ein endliches Ergebnis haben: 1/2+1/4+1/8+…=1.

    Abgesehen davon könnte Zenon nach modernen Theorien von Raum und Zeit (vgl. Loop-Quantengravitation) eventuell doch Recht haben, weil wir es (vielleicht) nicht mit stetigem Raum/stetiger Zeit zu tun haben, sondern mit irgendwelchen kleinsten Quanten (“Augenblicke”), so dass es in diesem Sinne dann doch tatsächlich keine Bewegung geben könnte.

    1. Wenn man seinen gesunden Menschenverstand benutzt, kommen einem die Paradoxien und das, was damit bewiesen werden soll, erst mal ziemlich absurd vor. Interessant ist allerdings, dass in der Mathematik – mit der in der Wissenschaft ja ein Großteil unserer Wirklichkeit beschrieben wird – ganz ähnlich gearbeitet wird:

      Auch hier geht man davon aus, dass Dinge wie eine Gerade aus einer unendlichen Zahl von Punkten besteht, sprich: Zwischen Punkt 1 und 2 lassen sich praktisch unendlich viele weitere Punkte finden (0,5; 0,05; 0,005; usw. …). Gleichzeitig wird eine Gerade paradoxerweise als mathematisches Kontinuum bezeichnet, obwohl sie faktisch aus unendlich vielen Lücken (zwischen den Punkten) besteht – wo ist da das Kontinuum, wenn zwischen jedem Punkt weitere Punkte also auch weitere Lücken gefunden werden können? Und wie kann man sagen, dass eine 1 Meter lange Strecke kürzer ist als eine 10 Meter lange Strecke, wo sie doch die selbe Anzahl an Punkten haben? Ebenso paradox ist, dass die Punkte allesamt zwar unendlich nah aneinander liegen, sich aber niemals schneiden. Und schließlich sind die Punkte selbst paradox, da sie ja keine Fläche haben, weshalb man ihnen im Prinzip gar keine Zahl zuordnen dürfte.

      Eigentlich ist es erstaunlich, dass sich mit diesen Konzepten unsere Wirklichkeit so gut berechnen läßt, obwohl uns die Erfahrung sagt, dass die Wirklichkeit nicht aus unendlich vielen Punkten ohne Fläche und Verbindung zueinander besteht. Wenn wir das nämlich annehmen, kommen wir in der Tat zu Zenons paradoxer Feststellung, dass Bewegung nicht möglich sein kann, weil sich zwischen zwei Punkte unendlich viele weitere Punkte schalten lassen.

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