018 Melissos

Zurück zum Tagesgeschäft und zurück nach Elea. Ich möchte euch den zweiten Schüler des Parmenides vorstellen, auch wenn leider nicht so sehr viel zu ihm überliefert ist.

Melissos ist nicht nur der Schüler des Parmenides sondern auch Schüler des Heraklit. Außerdem nimmt er Aspekte des Denkens Anaximanders mit auf.

Thematisch knüpft Melissos an Parmenides an und beschäftigt sich mit dem Seienden.
Dank Aristoteles ist uns diese Argumentation zum Sein überliefert:

Wenn etwas da ist, ist es ewig, denn aus Nichts kann nur nichts entstehen.
Wenn es ewig ist, ist es auch unendlich, da es weder Anfang hat noch Ende.
Wenn es ewig ist und unendlich, ist es auch eines, denn wäre es zwei, müßte eines das andere begrenzen.
Wenn es ewig ist und unendlich und eines, ist es auch gleichartig, denn wenn es nicht gleichartig wäre, unterschieden sich seine Teile voneinander, und es wäre also vielfältig.
Wenn es ewig ist, unendlich, eines und gleichartig, ist es auch bewegungslos, da es außerhalb seiner selbst keinen Ort gibt, wohin es sich bewegen könnte.
Wenn es ewig ist, unendlich, eines, gleichartig und bewegungslos, kann es weder leiden, noch Schmerz empfinden, da es immer sich selbst gleichen muss.

3 Antworten auf „018 Melissos“

  1. Melissos war mir bislang auch kaum bekannt, obwohl seine Untermauerung der Lehre von Parmenides um einiges schlüssiger ist, als Zenons.

    Es ist etwas merkwürdig, dass er zwar metaphysisch bleibt, indem er sagt, dass man den Sinnen nicht trauen kann, gleichzeitig aber sagt: Diese Welt, die wir empirisch wahrnehmen, ist das Sein – das ist doch ein Widerspruch?

    1. Pardon, dass ich noch nicht geantwortet habe. Ich gehe auf deine Frage gerne ein, aber im Moment habe ich den Kopf so voll, dass mich eine ausführliche Antwort (zeitlich) überfordert. Wenn du noch einen kleinen Moment Geduld hast (vielleicht bis Anfang Januar)?!

    2. So, ich versuche mich einmal an einer Antwort:

      Melissos geht es darum, die Ewigkeit und die Unveränderlichkeit des Seins zu beweisen. Diesen Beweis kann er nicht sensualistisch treffen, da die Sinne Zeitlichkeit und Veränderung/Bewegung vermitteln.

      Die Gleichsetzung von Sein und Welt(enraum) erfolgt nicht aus empirischen Daten heraus. Das Sein ist ewig, unveränderlich und es gibt nur dieses eine Sein (das Sein ist Eines). Es kann kein Zweites geben. Außerdem ist das Sein stofflich (es gibt mit Melissos keinen leeren Raum). Aus diesen Qualitäten heraus erfolgt die Gleichsetzung des Seins mit dem, was unsere Sinne als Welt wahrnehmen (unter der Maßgabe, dass sie zwar die Welt an sich wahrnehmen können, aber eben verfälscht – Bewegung und Zeit sind keine Merkmale des Seins, werden aber von den Sinnen “empfunden”). Die Gleichsetzung von Sein und Welt erfolgt nicht aus der empirischen Wahrnehmung sondern ist die Konsequenz aus den Merkmalen des Seins.

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