019 Glaubensinterlude

Gleich zu Beginn möchte ich mich entschuldigen, sollte ich mich zu weit vorgewagt haben. Ich möchte mit dieser Folge keineswegs Stellung gegen die genannten Religionen beziehen.

Ich bin über ein Buch (oder besser über zwei Bücher) zu einem recht spannenden Thema gestolpert, das ich euch nicht vorenthalten möchte. Außerdem passt es ganz gut zu den aktuellen Episoden.

Die Bücher sind beide von Jan Assmann, einem Ägyptologen, der sich fragt, welche Folgen der Übergang vom Polytheismus hin zum Monotheismus hat.

Schon in seinem Buch Moses der Ägypter* wird dieser Übergang beschrieben. Ausgeführt wird Die Mosaische Unterscheidung* dann in dem Buch, das den entsprechenden Titel trägt.

Gerne verweise ich auch hier noch einmal auf die aktuellen Folgen des Trojaalert, der sich derzeit mit dem Alten Testament auseinandersetzt.

Über Kommentare und Rückmeldungen freue ich mich hier ganz besonders. Ich bin mir noch nicht sicher, was ich selbst von den präsentierten Überlegungen halte.
Hier noch das versprochene “Zitat”:

Ihr fragt: Womit sollen wir vor den Herrn treten, diesen großen und erhabenen Gott? Was sollen wir ihm bringen, wenn wir uns vor ihm niederwerfen? Sollen wir einjährige Rinder als Opfer auf seinem Altar verbrennen? Können wir ihn damit erfreuen, dass wir ihm Tausende von Schafböcken und Ströme von Olivenöl bringen? Sollen wir unsere erstgeborenen Söhne opfern, damit er uns unsere Schuld vergibt?
Der Herr hat euch wissen lassen, was er von euch erwartet! Achtet auf das Recht, erweist einander Gutes, tut nichts ohne euren Gott. (Micha 6, 6-8)

Eine Antwort auf „019 Glaubensinterlude“

  1. Eine sehr erhellende Folge! Diese Unterschiede zwischen Poly- und Monotheismus waren mir vorher nicht so klar gewesen, danke für diesen sehr kompakten Überblick!

    Auch ich bin immer wieder versucht, den Polytheismus tendenziell als “gesünder” anzusehen, als Monotheismus: So hatte ich einmal die Theorie, dass der Monotheismus quasi die Wurzel des abendländischen, rationalen Denkens ist, das auf Expansion, Neugier und Eroberung aus ist. Denn wer einen Gott hat, der überall herrscht, der muss ihn natürlich auch allen anderen aufzwingen und sieht sich selbst als dessen Ebenbild zu jeder Eroberung ermächtigt.
    Wenn man einen Gott hat, glaubt man sich im Besitz der absoluten Wahrheit, hat man mehrere Götter, tritt diese Wahrheit niemals absolut in Erscheinung,da sie auf mehrere Schultern verteilt ist. Im Polytheismus kann man auch nicht sagen: Und Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild – das macht es schwerer, im Namen Gottes zu morden.
    Es ist auch schwerer, eine polytheistische Gesellschaft in Frage zu stellen, man kann ja nur einzelne Götter lästern, aber nicht wirklich allen. Wer den monotheistischen Gott hingegen in Frage stellt, der stellt das Ganze in Frage – deshalb wird der Monotheismus auch so heftig verteidigt.

    So weit meine Theorie, aber mir fiel relativ schnell ein, dass das Vorbild für den abendländischen Imperialismus – das römische Imperium – ja einer polytheistischen Gesellschaft entsprang.

    Es ist halt nicht immer einfach mit diesen Theorien 🙂 Man muss einfach feststellen, dass Polytheimus nicht besser oder schlechter ist als Monotheismus, sondern einfach – anders.

Kommentare sind geschlossen.