031 Anaxagoras und der Geist

Anaxagoras. Nach dem ihr vor einem halben Jahr etwas zu seinem Leben gehört habt, kommen hier die Ideen dazu. Anaxagoras fragt sich, wie seine ionischen Vorgänger, welches die Urstoffe sind und wer oder was sie bewegt (oder auch beseelt).

Die Worte »Entstehen« und »Vergehen« gebrauchen die Griechen nicht richtig: denn kein Ding entsteht oder vergeht, sondern es setzt sich aus vorhandenen Dingen zusammen oder löst sich in solche auf. Richtigerweise sollte man also statt Entstehen »Zusammensetzung« und statt Vergehen »Auflösung« sagen.

Dabei knüpft er an Anaximander, Parmenides und auch Empedokles an und findet neue Urstoffe und einen neuen Bewegenden (den Geist). Ich versuche diesen Bogen kurz und knappnachzuzeichnen. Vielleicht hilft es für das Verständnis, noch einmal in die Episode zum Seienden reinzuhören.

Die anderen Dinge haben an jedem [Stoff] Anteil; der Geist aber ist etwas Unendliches und Selbstherrliches, und er ist mit keinem Ding vermischt.

Auch an dieser Stelle vielen Dank für eure Unterstützung und für eure Geduld.

P.s. Ich hoffe, man hört die Baustellengeräusche vor meinem Fenster nicht all zu sehr. Falls doch, Pardon!

2 Antworten auf „031 Anaxagoras und der Geist“

  1. Tolle Folge, vielen Dank! Beeindruckend, dass man immer wieder moderne, naturwissenschaftliche Erkenntnisse in einige Lehren der antiken Philosophen wiederfindet. In diesem Fall die Idee, dass Dinge aus einem Urstoff hervorgehen, der nicht den damals bekannten Elementen entspricht. Oder handelt es sich dabei lediglich um die bevorzugte Wahrnehmung gerade der Ideen, die sich über die Jahrhunderte bewährt haben?

    1. Was ich wirklich spannend finde, ist die Vielzahl und auch Vielfältigkeit an Theorien, die es so früh schon gibt.

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