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033 Leukipp

LeukippIch habe ihn fast vergessen – ein Umstand, der diesem Denker leider recht oft passiert. Der Lehrer des Demokrit verliert sich nahezu im Schatten seines großen Schülers. Trotzdem mag ich ihn hier gerne mit vorstellen, bringt er doch spannende Konzepte in die Welt: den leeren Raum und die Idee von den Atomen. Außerdem ist er der dritte Denker (nach Empedokles und Anaxagoras) der versucht, die Lehre des Heraklit und die Vorstellungen des Parmenides in Einklang zu bringen.

Wenn wir den Überlieferungen glauben dürfen, dann ist Leukipp ein Schüler des Zenon.

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020 Seinsfragen

Durch Fragen eurerseits ist noch einmal ein Rundumschlag zum Seienden entstanden. Damit der Empedokles anschließend nicht im Regen steht, hier diese Zusatzfolge.
Ich werde die Überlegungen, die bereits in der Parmenides-Folge dargelegt wurden, hier noch einmal rund machen.

Parmenides fragt sich zum ersten Mal:

Was ist die gemeinsame Voraussetzung all der früheren Ansichten?

Die Antwort die er darauf findet ist:

Die Existenz des Nichtseienden.

Daran schließt sich folgende Frage an:

Kann ein solches Nichtseieindes überhaupt gedacht werden?

Die Antwort des Parmenides lautet:

Das ist unmöglich.

Entsprechend kommt Parmenides zu der vollkommen neuen Ansicht:

Das Seiende ist.

Mein Lieblingsbeispiel für ein Schlußverfahren kommt übrigens von Woody Allen (ist aber leider nicht korrekt):

Sokrates ist ein Mensch.

Alle Menschen sind sterblich.

Also bin ich Sokrates.

 

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018 Melissos

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Zurück zum Tagesgeschäft und zurück nach Elea. Ich möchte euch den zweiten Schüler des Parmenides vorstellen, auch wenn leider nicht so sehr viel zu ihm überliefert ist.

Melissos ist nicht nur der Schüler des Parmenides sondern auch Schüler des Heraklit. Außerdem nimmt er Aspekte des Denkens Anaximanders mit auf.

Thematisch knüpft Melissos an Parmenides an und beschäftigt sich mit dem Seienden.
Dank Aristoteles ist uns diese Argumentation zum Sein überliefert:

Wenn etwas da ist, ist es ewig, denn aus Nichts kann nur nichts entstehen.
Wenn es ewig ist, ist es auch unendlich, da es weder Anfang hat noch Ende.
Wenn es ewig ist und unendlich, ist es auch eines, denn wäre es zwei, müßte eines das andere begrenzen.
Wenn es ewig ist und unendlich und eines, ist es auch gleichartig, denn wenn es nicht gleichartig wäre, unterschieden sich seine Teile voneinander, und es wäre also vielfältig.
Wenn es ewig ist, unendlich, eines und gleichartig, ist es auch bewegungslos, da es außerhalb seiner selbst keinen Ort gibt, wohin es sich bewegen könnte.
Wenn es ewig ist, unendlich, eines, gleichartig und bewegungslos, kann es weder leiden, noch Schmerz empfinden, da es immer sich selbst gleichen muss.

 

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014 Parmenides

parmenides_groß

Wie bereits angekündigt, befinden wir uns in den nächsten Folgen gedanklich in Elea. Beginnen werde ich gleich mit dem wichtigsten Vertreter der Eleaten; mit Parmenides. Er blühte in der 69. Olympiade also 504/501 v.u.Z..

Parmenides ist nicht nur Forscher und Diplomat sondern in erster Linie einer der ganz großen Philosophen.

Parmenides ist ein Schüler des Xenophanes und des Anaximanders(?). Er hinterlässt uns ein Lehrgedicht mit dem Titel Über die Natur, das zu großen Teilen erhalten ist. Hier der dramatische Einstieg in das Denken des Parmenides:

Die Rosse, die mich dahintragen, sie brachten mich,

soweit mein Herz begehrte, nachdem mich die

Göttinnen auf den vielgerühmten Weg geleitet hatten,

der den wissenden Mann unversehrt zum Ziel führt.

Auf dem fuhr ich dahin; denn auf dem trugen mich die

klugen Rosse dahin, die den Wagen zogen; die Mädchen

aber führten mich den Weg. Die Achse, die schon anfing zu glühen,

ließ in den Naben einen pfeifenden Ton hören –

denn sie wurde an beiden Enden durch zwei herumwirbelnde

Räder getrieben – ,

jedesmal wenn die Sonnentöchter, die das Haus der Nacht verlassen

und mit der Hand den Schleier von ihrem Haupte zurückgeschlagen hatten,

sich beeilten, mich zum Licht zu geleiten.

Dort ist das Tor, durch das die Pfade von Tag und Nacht gehen.

Türsturz und steinernde Schwelle umfassen es.

Es selber – in Äthers Höhen – ist

von mächtigen Türflügeln ausgefüllt. Zu ihnen hat Dike,

die Göttin der Vergeltung, die wechselnden Schlüssel.

Ihr nun redeten die Mädchen mit schmeichelnden Worten zu

und bewogen sie klug, ihnen rasch den versperrenden

Riegel von dem Tore zu stoßen. Das aber öffnete sich und ließ die Türflügel weit auseinander klaffen, nachdem sich die ehernen Pfosten,

die mit Zapfen und Dornen eingefügt waren,

nacheinander in ihrer Höhlung gedreht hatten.

Dabei lenkten die Mädchen mitten durch das Tor auf derFahrbahn Wagen und Rosse.

Freundlich empfing mich die Göttin, ergriff meine Hand und sprach zu mir:

Jüngling, unsterblicher Zügelhalterinnen Gefährte, der du mit den Rossen, die dich

hierhergetragen, in unser Haus kommst, sei mir gegrüßt!

Denn dich hat kein böses Geschick diesen Weg geleitet

(liegt er doch weitab vom Pfade der Menschen!), sondern

Recht und Gerechtigkeit. Darum sollst du auch alles erfahren:

der wohlgerundete Wahrheit unerschütterlichesHerz wie auch die Wahnvorstellungen der Sterblichen,

denen keine wahre Überzeugungskraft innewohnt.

Trotzdem sollst du auch davon Kunde erhalten, wie man,

wenn man alles allseitig durchforschte, das,

was (den Menschen) zu sein scheint, prüfen muss. Aber du

halte von diesem Wege der Forschung dein Denken fern

und lass dich nicht durch die vielerfahrene Gewohnheit auf diesen Weg drängen,

dein Auge, das ziellose, dein Gehör, das brausende, und deine Zunge zu gebrauchen; lass allein dieVernunft die Entscheidung fällen in der viel umstrittenenFrage, die ich dir vorlege.

So bleibt dir noch der Mut zu einem Wege …

Die “Wahrheit” muss allerdings noch bis zur nächsten Folge warten.

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